Manchmal fragt mich jemand, warum ich an SWIQ arbeite. Die ehrliche Antwort ist: Weil die Idee nicht bei mir allein angefangen hat, sondern bei einer Überzeugung, die Ilker Dogru (LinkedIn profile) und ich schon lange teilen. Wir glauben beide, dass unsere Zukunft in der Selbstständigkeit liegt. Nicht als romantisches Bild von Freiheit, sondern als echte Entscheidung, etwas Eigenes aufzubauen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Genau dieses Mindset hat uns von Anfang an verbunden. Bevor es SWIQ gab, gab es schon Gespräche darüber, was wir bauen wollen, wofür wir unsere Zeit opfern und woran wir auch in schwierigen Phasen festhalten.

Illustration einer frühen SWIQ-Brainstorming-Session. Erstellt mit GPT-5.5 Thinking.
Der erste Versuch
Also haben wir uns zusammengetan. Unsere erste Idee war eine App rund um Fußball, Basketball und Padel. Wir wollten das Spielen in die digitale Welt holen und Menschen auf eine Art verbinden, die sich natürlich anfühlt, wenn man selbst gerne Sport macht. Ich erinnere mich noch gut daran, wie schnell wir damals einen Proof of Concept hatten. Das war motivierend. Man sieht etwas auf dem Bildschirm, man kann es anfassen, man spürt: Das könnte funktionieren. Die Idee an sich fand ich großartig. Ilker auch. Wir waren überzeugt, dass da etwas drinsteckt.
Und trotzdem stellten wir fest, dass die App nicht jedem sofort klar war. Leute haben gebraucht, bis sie verstanden haben, was sie tun sollen. Manchmal mussten wir erklären. Manchmal haben sie nach ein paar Minuten wieder aufgehört. Das war kein technisches Problem. Es war ein Gefühl. Ilker und ich saßen in genau diesen Momenten oft zusammen und haben uns gefragt: Was fehlt hier eigentlich? Die Antwort war für uns überraschend einfach. Wir brauchen etwas, das sofort verständlich ist. Keine Einführung, kein Tutorial, kein Gefühl von „Ich muss das erst lernen“. Jeder soll wissen, was zu tun ist, sobald die App offen ist.
Der Satz am Telefon
An einem Abend hat Ilker mir am Telefon etwas gesagt, das hängen geblieben ist. Er will rausgehen, auf die Straße, jemanden challengen können. Am besten mit so wenig Klicks wie möglich. Kein Umweg, kein langes Setup, kein Gefühl, dass man erst eine App verstehen muss, bevor man überhaupt anfangen darf. Ich habe zugehört und innerlich genickt, weil ich wusste, dass er recht hat. Gleichzeitig saß ich vor dem Problem, wie so etwas aussehen soll. Ich konnte mir den Flow vorstellen, aber nicht die Oberfläche. Ein Split-Screen zum Beispiel fühlte sich für mich zu schwer an. Zu technisch. Zu wenig wie etwas, das man spontan macht, wenn man jemanden auf der Straße trifft.
Ich habe lange darüber nachgedacht, wie man diese Einfachheit visuell transportiert. Nicht als Feature-Liste, sondern als Gefühl. Dass man die App öffnet und sofort weiß: Hier geht es los. Dass man jemanden herausfordern kann, ohne sich zu fragen, ob man den richtigen Button trifft. Ilker hatte das Bedürfnis klar formuliert. Ich musste erst die Form dafür finden.
Der Prototyp und die Überraschung
Heute sind KI-Modelle da, und das hat die Geschwindigkeit verändert, mit der man Ideen testen kann. Früher hätte so ein UX-Versuch Wochen gebraucht. Jetzt war es für mich eher eine Frage von Tagen und gut formulierten Prompts. Ich habe angefangen, einen Prototypen zu bauen. Ilker wusste davon anfangs nichts. Das war Absicht. Ich wollte ihm etwas zeigen, das schon fühlbar ist, nicht nur erklärt werden muss.
Als der Moment kam, war ich nervös. Ilker ist kein Mensch, der höflich nickt, wenn ihm etwas nicht gefällt. Er ist ein harter Kritiker, aber auf eine Art, die ich schätze. Er sagt, was er denkt, und er tut das diplomatisch, aber klar. Genau deshalb zählt sein Feedback für mich so viel. Ich war gespannt, aber auch ein bisschen angespannt. Zum ersten Mal war ich selbst zu hundert Prozent von der UX überzeugt. Das hatte ich vorher bei unseren Ideen selten so stark gespürt. Ich wusste, wie es sich anfühlen soll. Jetzt konnte ich es zeigen.
Ilker war begeistert. Nicht dieses höfliche „Ja, könnte was werden“, sondern echte Begeisterung. In dem Moment wusste ich, dass der Weg frei ist, richtig mit der Entwicklung zu starten. Nicht mehr nur reden, nicht mehr nur skizzieren, sondern bauen.
Was heute zählt
SWIQ ist noch in den frühen Tagen. Das ist kein Geheimnis. Trotzdem ist für mich klar, worum es geht. Wir bauen etwas Einfaches. Etwas, das man sofort versteht. Jemanden challengen, antworten, weitermachen. Ohne Erklärtext davor. Genau das, was Ilker damals am Telefon meinte, nur diesmal in einer Form, die sich richtig anfühlt.
Ich schreibe das nicht, weil wir schon am Ziel sind. Ich schreibe es, weil der Weg dahin für mich persönlich einer der spannendsten ist, die ich kenne. Von einer großen Idee, die zu komplex war, zu etwas Kleinem, das sofort klar ist. Von Gesprächen zu einem Prototypen, den man jemandem zeigen kann. Von der Überzeugung, dass Selbstständigkeit unsere Zukunft ist, zu einem Produkt, das wir Schritt für Schritt aufbauen. SWIQ ist dabei geworden, was Ilker und ich von Anfang an gesucht haben: etwas Echtes, das man fühlen kann, sobald man es in der Hand hat.